"Ziel des integrativen Projektes ist eine problemorientierte integrierende Bearbeitung eines Projektes."
Die Idee des integrativen Projektes ist die folgende: die Studierenden bilden ein Büro (in unserem Fall das Büro persihl), welches einen echten Auftrag bekommt. Auftraggeberin war in unserem Fall die Stiftung Naturlandschaft Sihlwald (NLS), vertreten durch M. Christen vom Stadtforstamt Zürich.
Der Sihlwald befindet sich im Zürcher Sihltal, rund 10-15 km südlich von Zürich. Er befindet sich bereits seit einigen Jahrhunderten im Besitz dieser Stadt und wurde in den letzten 500 Jahren forstwirtschaftlich genutzt. Seine heutige Fläche beträgt 1013 ha. Die Bedeutung als wichtiger Energie- und Rohstofflieferant hat er weitgehend verloren, stark gewonnen hingegen hat seine Beliebtheit als Naherholungsraum der umliegenden Gemeinden.
Die Idee "Naturlandschaft" wurde 1985 vom damaligen Stadtforstmeister Andreas Speich ins Leben gerufen. Der Sihlwald als grösster, naturnaher Laubwald der Schweiz, sollte in einen Naturwald übergeführt werden. Zu diesem Zweck wurde 1994 die Stiftung "Naturlandschaft Sihlwald" gegründet. Darin vertreten sind neben der Stadt Zürich, der Schweizerische und Zürcherische Naturschutzverbund sowie zwei Wissenschaftsinstitutionen (Forschungskommission der SANW, NGZ) .
Unser Auftrag bestand allgemein formuliert darin, für die Stiftung notwendige Abklärungen zu machen und/oder Konzepte zu entwerfen.
So sieht die Stiftung als nächsten Schritt die Ausscheidung von 230 ha Reservatszone vor. Darin soll ein Wegegebot sowie ein Pflanzen- und Pilzschutz gelten. Die Gruppe "Waldbewusstsein/Akzeptanz" führte allgemein zum Thema Wald und speziell zu diesem Thema ein Umfrage durch.
Im stillgelegten Werkbetrieb Sihlwald wird ein Naturzentrum eingerichtet. Die Gruppe "Naturzentrum" entwarf ein Ausstellungskonzept, die Gruppe "Interaktives Präsentations- und Lernsystem" beschäftigte sich mit einem zur Ausstellung gehörenden Multimediaprojekt, und die Gruppe "Verkehr" führte Untersuchungen zu zukünftigen Verkehrsfragen durch und erstellte dazu ein Konzept.
Der Naturwald soll wissenschaftlich "im Auge behalten" werden. Mit verschiedenen Fragestellungen dazu beschäftigten sich die Gruppen "Boden", "Klima" und "Luftbild-/Fernerkundung".
Unsere IP-Gruppe umfasste 32 Personen, eine stattliche Zahl. Das legte eine Arbeitsteilung, bzw. eine Spezialisierung auf verschiedene Arbeitsbereiche nahe.
Das "Büro" gliederte sich folgendermaßen
auf:
a) Organisations- und Koordinationsteam: 5 Personen. Speziell verantwortlich für die
Kommunikation: Maurizio Bianchi, Roger Zedi
Redaktion: Sonia Cherchi, Barbla Schmid
Gesamtkoordination: Mirjam Hauser
b) Sieben spezialisierte Teams:
1. Klima | 5. Interaktives Präsentations- und | |
Stefan Biegger | Lernsystem | |
Heinz Hänni | Stefan Huber | |
Petra Ott | Pascal Welti | |
2. Luftbild/Fernerkundung | 6. Naturzentrum | |
Sonja Engeli | Matthias Arn | |
Rahel Fischer | Adrian Fellmann | |
Luana Monti | Birgit Grebe | |
Eva Käppeli | ||
Thomas Meier | ||
Christine Neff | ||
3. Bodenbeobachtung | 7. Waldbewusstsein/Akzeptanz | |
Dieter Benz | Myriam Bohrer | |
Fritz Denoth | Rolf Borner | |
Cornelia Dürst | Christian Brogli | |
Anna Jablonkay | Martin Fischer | |
Daniela Hartmann | ||
Reto Soliva | ||
Roman Weiss | ||
4. Verkehr | ||
Regina Neukom | ||
Renata Tschudi |
Im Wintersemester ging es in erster Linie darum, uns mit der Problematik "Naturlandschaft" Sihlwald vertraut zu machen.
Dazu gehörten Einführungen durch Prof.
Dr. K. I. Itten, Dr. G. Dorigo und M. Christen, sowie eine Exkursion
in den Sihlwald selber.
Es folgte eine Reihe von Vorträgen:
Gegen Ende des Semesters wurde die verbleibende Zeit dafür eingesetzt, Gruppen zu bilden und Konzepte auszuarbeiten.
Einzelne Gruppen begannen bereits während den Frühjahrssemesterferien mit Vorarbeiten. Zu Beginn des Sommersemesters kam es nochmals zu einem Gesamttreffen, bei dem über das weitere Vorgehen diskutiert und ein Zeitplan genehmigt wurde. Von da an arbeiteten die Gruppen einzeln weiter, und wurden je nach Bedarf einzeln und durch diverse Fachpersonen betreut.
Am 15. Mai kam es zu einem Mid-Term-Meeting, bei dem die Teams ihren momentanen Arbeitsstand vorstellten.
Abgabetermin der einzelnen Arbeiten an das Redaktionsteam war der 12. Juni.
Im folgenden wurden die einzelnen Teile des Berichts zusammengestellt, überarbeitet, gegengelesen und an die Druckerei weitergeleitet. Ziel ist es, die vervielfältigten Berichte an der Schlussveranstalltung vom 3. Juli, an der gleichzeitig auch die Endergebnisse vorgestellt werden, an alle Teilnehmenden des Integrativen Projekts verteilen zu können.
Wir führten zwei Neuerungen ein, beide haben
sich unserer Meinung nach bewährt.
a) Das Information/Kommunikationsystem via Internet
Ein ausführlicher Beschreib dazu findet sich
im Kapitel 2. Das WWW-System hat sich nach Meinung der Koordinatorin
sehr bewährt. Da die einzelnen Gruppen dazu verknurrt waren,
wöchentlich einen Mikrobericht zu schreiben, ermöglichte
ihr das hervorragend dem "Arbeitsgang" zu folgen, und
wenn nötig, nachzufragen, eine E-mail zu schicken, kurz gesagt
zu reagieren. Was weniger gut klappte, war das Antworten per Mail.
Anfänglich war das System wohl noch etwas kompliziert, die
Kommunikationsgruppe vereinfachte das Vorgehen im Verlaufe des
Semesters. Eine gute Einführung ins vereinfachte System hätte
sicher ein positives (Mail-) Resultat bewirkt.
b) Das Organisationsteam
Die zweite Neuerung war ein Organisationsteam, das
sich nur mit den rein administrativen Belangen des IP's beschäftigte,
folglich selber nicht aktiv an den Teilprojekten des Sihlwaldes
mitarbeitete.
Es ist sicher sinnvoll, bei einer so grossen Gruppe
einen Teil der Arbeitszeit für "nur"-Administratives
einzusetzen. Zwei Personen beschäftigten sich zur Hauptsache
mit dem Aufbau und dem "Unterhalt" des Internet-Kommunikationssystems.
Zwei weitere Personen waren bereit ihren Teil an Arbeitszeit konzentriert
gegen Ende des Semesters abzuarbeiten und übernahmen die
vollständige Redaktion des Berichts. Eine Person übernahm
die Aufgabe eines "wandelnden Terminkalenders", versuchte
möglichst über alles informiert zu sein, und in der
Folge Ueberschneidungen zu vermeiden, zu koordinieren, all das
zu organisieren, was zusätzlich noch anstand, kurz gesagt,
für einen reibungslosen Ablauf des Sommersemesters zu sorgen.
Als aussenstehendes Organisationsteam konnten wir zusätzlich von Beginn an zwei Hauptziele verfolgen:
Unsere Gruppe befasste sich primär mit der internen Kommunikation im Projekt. Zu diesem Zweck erstellten und unterhielten wir einen WWW-site, der den ProjektteilnehmerInnen und der Leitung jederzeit Zugang zum aktuellen Stand der Arbeiten gewährleisten sollte. Zusätzlich waren alle Gruppen per E-mail erreichbar. Des weiteren galt es, der Leitung in Organisations- und Kommunikationsfragen beizustehen.
Innerhalb dieses Integrativen Projektes versuchten
wir (die Klimagruppe), ein Konzept für die Errichtung von
Waldklima-Messstationen im Sihlwald auszuarbeiten. Dieses Konzept
sollte folgende Punkte umfassen:
Die beiden letzten Punkte sind im Bericht aus Zeitgründen leider zu kurz gekommen. Im Wesentlichen konnten wir uns aber trotz Startschwierigkeiten an unser Programm halten.
Wir haben eine Minimalvariante und eine Optimalvariante ausgearbeitet. Die Minimalvariante besteht aus einer Waldmessstation. Sie würde Daten über Niederschlag, Luft- und Bodentemperatur und Luftfeuchtigkeit erfassen. Die Station kostet je nach Qualität der verwendetet Messgeräte zwischen 15'000 und 50'000 Franken.
Die Optimalvariante umfasst vier Stationen: eine
Bergstation, eine Waldstation, eine Referenzstation in einer Lichtung
und eine Talstation. Die Kosten dafür würden 80í000
bis Fr. 260'000 betragen. Gemessen würden neben den bereits
genannten Parametern Windrichtung und -stärke, Bodenfeuchtigkeit
und Globalstrahlung. Wir hoffen, dass anhand dieser Messungen
Rückschlüsse auf regionalspezifische meteorologische
Gegebenheiten möglich werden und vielleicht sogar mikroklimatische
Veränderungen im Wald festzustellen sind.
Da die Stiftung Naturlandschaft Sihlwald vermutlich in einem sehr engen finanziellen Rahmen agieren muss, sollte der Kontakt mit der SMA gesucht werden, die ab 1998 ein neues Messnetz aufbaut. Könnte sie dazu bewogen werden, im Sihlwald eine Station zu plazieren, müssten von Seiten der Forschungskommission evt. keine grösseren Ausgaben getätigt werden (die SMA stellt Daten für wissenschaftliche Zwecke bisher gratis zur Verfügung). Allerdings wären dann nur Daten einer einzigen Station vorhanden, die nicht speziell das Wald- sondern das Regionalklima erfassen würde.
Unser Bericht ist weniger eine Forschungsarbeit in dem Sinn, dass wir bestehende Schwarz-Weiss- bzw. Infrarot-Luftbilder ausgewertet haben, da es uns nicht gelungen ist, die nötigen Bilder zu bekommen. Wir haben daher zunächst die verschiedenen Möglichkeiten, welche solche Luftbilder zur Waldbeobachtung bieten könnten, aufgezeigt. Diese haben wir aus der bestehenden Literatur und aufgrund von Gesprächen zusammengetragen. Schliesslich sind wir aufgrund dieser Informationen zu einem Vorschlag gekommen, wie man das Hilfsmittel «Luftbild» zur Waldbeobachtung im Sihlwald in der Zukunft einsetzen könnte. Als Vorschlag haben wir zwei mögliche Flugpläne für den Sihlwald ausgearbeitet.
Ein weiterer Teil unserer Arbeit bestand im Zusammentragen der Adressen von verschiedenen Archiven, Ämtern und anderen Orten, wo diverses Datenmaterial zum Sihlwald erhältlich ist. Dieses Material reicht von Erhebungen über diverse topographische Karten bis hin zu den Luft- und Satellitenbildern. Diese Liste soll es denjenigen, die weiter im Sihlwald forschen wollen, erleichtern, das nötige Material rechtzeitig zu bekommen.
Je nach Waldbewirtschaftung dominieren unterschiedliche Baumarten welche jeweils ganz spezifische Einflüsse auf die Bodenentwicklung haben. Im Hinblick auf das Projekt "Naturlandschaft Sihlwald" sollten die Bodenbedingungen unter dem naturfremden, reinen Fichtenforst und dem natürlichen Buchenwald untersucht werden. Ziel war es, den Zusammenhang Bodenunterschied und Waldbewirtschaftung darzustellen und aufgrund der heutigen Situation Folgen der möglichen längerfristigen Waldentwicklung im Sihlwald aufzuzeigen.
Mittels Auswahl eines Fichten- und eines Buchenstandorts und der Entnahme von je fünf Einzelbodenproben, konnten Analysen durchgeführt werden, die Auskunft über die für die Vegetation ausschlaggebende Nährstoffsituation gaben.
Innerhalb beider Bestandesflächen wurden grosse Unterschiede festgestellt, die nicht auf die homogene Vegetation zurückführbar sind. Vermutlich haben starke Hangeffekte die ungestörte Bodenentwicklung verhindert. Für genauere Aussagen wären Folgeuntersuchungen nötig. Gezeigt werden kann jedoch die für den Sihlwald typische mosaikartige Zusammensetzung verschiedenster Böden auf kleinem Raum.
Die Situation im fichtenbestockten Boden ist infolge des nährstoffreichen Untergrundes und der Hangeffekte nicht als gravierend zu bezeichnen. Die Beprobung liefert erste Basisangaben. Jedoch mit der Einrichtung von statistisch abgestützten Bodenmonitoring-Flächen könnte der weitere Einfluss der "Urwaldwerdung" des Sihlwaldes auf die Bodenentwicklung verfolgt werden.
Von der ursprünglichen Vorstellung, dass der Besucherverkehr zu 100% per öV abgewickelt und keine Parkplätze erstellt werden sollten, mussten wir im Verlaufe unserer Arbeit abrücken. Es resultierte in der Folge ein Modalsplit von 50% Benützern des öV's, 7% Fussgängern bzw. Velofahrern und 43% Automobilisten. Die Idee, eine Park+Ride-Möglichkeit in Sihlbrugg zu bieten und die Besucher von dort mittels SZU in den Sihlwald zu transportieren, taxieren wir momentan als schwer realisierbar. Somit verbleibt die Variante, in Sihlwald provisorische Parkplätze in variabler Zahl auf unversiegeltem Boden zu erstellen. Selbstverständlich muss eine Parkgebühr erhoben werden. Ausschlag zu dieser Lösung gab v.a. die Einsicht, dass die Neueinführung von Dampfbahnfahrten der Zürcher Museumsbahn (ZMB) zusätzlich zum Naturzentrum für Mehrverkehr und somit zur endgültigen Überlastung der Kapazitäten sorgen wird. Ebenfalls mitberücksichtigt werden muss, dass bei der Eingabe von Baubewilligungsgesuchen die Anzahl der vorhandenen Parkplätze ein Kriterium sein wird. Wichtig ist uns aber Flexibilität - das Verkehrsaufkommen muss laufend beobachtet und das allfällige Parkplatzangebot den Bedürfnissen angepasst werden. Hierzu ist unbedingt auch die Zusammenarbeit mit dem Wirt des Restaurant Forsthaus, Sihlwald, und der ZMB vonnöten. Nach wie vor aber steht der Naturlandschaftsgedanke im Vordergrund - die Leute sollen zu einer umweltfreundlichen Anreise angehalten und auch "erzogen" werden. Es soll keine vorsorgende Nachfrageplanung nach Spitzenbedarf betrieben werden, aber man muss auf Überlastungen vorbereitet sein und ein Chaos verhindern können - dies nicht zuletzt aus Imagegründen.
In das geplante Naturzentrum Sihlwald soll ein interaktives Präsentations- und Lernsystem integriert werden. Als erster Schritt einer ausbaufähigen Anwendung werden die wichtigsten Bäume des Sihlwalds vorgestellt. Ziele dieser Anwendung sind einerseits eine qualitativ gute Präsentation der Bäume und ihrer Organe mittels fotografischen Materials, andererseits ein spielerisches Erfassen und Lernen primär über Bildmaterial ñ so wie die unkundige Besucherin, der unkundige Besucher den Wald und damit die Bäume erfasst. Ausgeführt wurde im Rahmen des Integrativen Projekts die Erstellung der Struktur der Präsentation, die BenutzerInnenoberfläche und Ansätze des spielerischen Lernens. Weitere mögliche Ausbaustufen werden kurz skizziert.
Die Ausstellung des Naturzentrums Sihlwald soll in groben Zügen geplant werden. Grundsätzlich soll eine permanente Ausstellung rund ein Drittel der Gesamtfläche beanspruchen, die restliche Fläche ist für Wanderausstellungen reserviert. In der vorliegenden Konzeptstudie werden Ideen und Vorschläge für eine grundsätzliche Gestaltung des Ausstellungsraumes und der permanenten Ausstellung zusammengetragen. Die Ausstellungshalle beinhaltet einige Grundelemente, die auch bei Wanderausstellungen bestehen bleiben. Die Gliederung der permanenten Ausstellung besteht aus Stationen, welche Phasen im Leben einer Buche darstellen. Zusätzlich sind von den Phasen unabhängige Informationen über den Wald geplant. Ebenfalls werden Ideen über eine Gestaltung des Aussenbereichs der Halle vorgestellt.
Wir haben im Rahmen des Integrativen Projektes den
Auftrag erhalten, eine Meinungsumfrage zur Akzeptanz des Projektes
"Naturlandschaft Sihlwald" im Speziellen, und des Waldbewusstseins
im Allgemeinen durchzuführen. Die Resultate aus dieser Umfrage
sollten dazu beitragen, dass das Waldbild der Bevölkerung
in die weitere Planung des Projekts einfliessen kann. Zudem sollte
evaluiert werden, mit welchen allfälligen Einschränkungen
die Besucher des Sihlwaldes einverstanden wären, und wie
gross das Einverständnis mit dem Projekt ist. Als Zielgruppe
wurden die Bewohner der Gemeinden Langnau und Horgen, einige Besucher
des Sihlwaldes, Vereine und Organisationen der Region sowie die
Angestellten des Forstamtes Zürich gewählt. Die Umfrage
führten wir anhand von verschickten Fragebögen durch.
Ziel war, ein möglichst repräsentatives Umfrageergebnis
zu erhalten.